03.03.2022:

Wegwerf-Adressen: Fluch oder Segen?

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UPDATE 23.03.2022: Wir haben ein Feature entwickelt, mit dessen Hilfe unsere Kunden Wegwerf- & Tippfehler-Adressen identifizieren können, anhand von weit über 100.000 Wegwerf-Domains!

Über Wegwerf-Adressen (auch Müll- oder Trash-Adressen genannt) lässt sich vortrefflich streiten.

Während die Benutzer loben, dass sie sich völlig anonym und ohne Preisgabe ihrer "echten" E-Mail Adresse auf einer Website registrieren können, beklagen die Unternehmen, dass ihre Datenbanken mit den Fake-Adressen zugemüllt werden.

Wegwerf-Adressen: Fluch oder Segen?

Was sind Wegwerf-Adressen?

Das Prinzip ist simpel: Man besucht einen der zahllosen Anbieter und legt dort eine anonyme Adresse an (dafür muss man normalerweise keinerlei persönliche Daten angeben). Dann verwendet man diese Adresse, um sich zum Beispiel für ein Whitepaper zu registrieren, ruft das Mail bei dem Trash-Mail-Anbieter ab und fertig.

Schon nach kurzer Zeit (je nach Anbieter bereits nach 10 Minuten oder mehreren Stunden) wird die E-Mail Adresse ungültig und alle weiteren Mails an diese Adresse landen im Nirwana.

Es gibt tatsächlich unzählige Anbieter für Wegwerf-Adressen: Sie heißen Mailinator, tempr.email oder 10minutemail, um nur drei der bekannteren Anbieter zu nennen.

 

Das hat auch (mehrere) Nachteile.

Neben dem offensichtlichen Vorteil, keine realen Daten für eine Registrierung angeben zu müssen, haben die Wegwerf-Adressen jedoch auch für den User mehrere Nachteile:

  • Die Adressen haben meist eine sehr kurze Gültigkeit, manchmal nur 10 Minuten. Wenn ein interessantes Mail erst danach eintrifft, kann es den Empfänger nicht mehr erreichen.
  • Normalerweise gibt es keinen Zugriffsschutz für das Webinterface des Postfachs. Das bedeutet, dass im Grunde jeder, der die E-Mail Adresse kennt, darauf Zugriff hat. Wenn beispielsweise eine Wegwerf-Adresse für die Registrierung eines Accounts genutzt wurde, könnte ein Angreifer also problemlos die Passwort-vergessen Funktion nutzen, um Zugriff auf den Account zu bekommen.
  • Wenn der Browser-Tab mit der temporären E-Mail Adresse geschlossen wird, hat man keine Möglichkeit mehr, ankommende Mails für diese Mail-Adresse zu lesen.

Dazu kommt: Einige Versender blockieren Wegwerf-Adressen, zumindest die bekannteren Domains. Damit führt eine Registrierung freilich in's Leere, weil das gewünschte Mail gar nicht erst verschickt wird.

 

Doch ist das auch fair?

Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt. Viele Unternehmen bieten wertvolle Informationen an (z.B. ein Whitepaper wie unser "Leitfaden für rechtliche Grundlagen"). Diese Informationen werden kostenlos zur Verfügung gestellt; die einzige Gegenleistung ist die Registrierung und damit die wenigen Daten, die dafür angegeben werden. Denn so hat das Unternehmen zumindest eine kleine Chance, mit den Usern in Kontakt zu bleiben (es steht jedem User ja ohnehin frei, sich beim ersten Mailing wieder abzumelden, das lässt sich rechtlich gar nicht verhindern).

Diese Gegenleistung fehlt bei Wegwerf-Adressen jedoch. Und diese Adressen verursachen Kosten, da sie eventuell ein paar Mal beschickt werden, ehe sie zu einem Bounce werden.

Da stellt sich die Frage, ob es gerechtfertigt ist, dass man eine Leistung in Anspruch nimmt, ohne seinerseits dafür eine kleine Gegenleistung zu erbringen. Wenn man dazu nicht bereit ist – oder die Information (z.B. das Whitepaper) es nicht wert ist – kann man ja einfach von der Registrierung absehen. Oder?

 

Tipps für Versender: Wie mit Wegwerf-Adressen umgehen?

Für Versender gibt es mehrere Möglichkeiten, mit diesen Fake-Adressen umzugehen:

  • Domains blockieren: Natürlich kann man die Wegwerf-Domains einfach sperren, damit sie bei einer Registrierung einfach blockiert werden. Allerdings gibt es Zehntausende (!) solcher Domains, das ist also mit gehörigem Aufwand verbunden. Die gute Nachricht: Dafür gibt es manche E-Mail Marketing Anbieter, die Wegwerf-Domains automatisch blockieren können!
  • Spezieller Abschnitt: Man muss Empfänger mit einer Wegwerf-Adresse nicht zwingend gleich sperren oder löschen. Eine Alternative wäre, einen speziellen personalisierten Abschnitt in das Mailing einzufügen, der sich ausschließlich an die Verwender einer Wegwerf-Domain  richtet; darin könnte der Versender auf die Problematik hinweisen und einladen, für die Registrierung eine "reale" Adresse zu verwenden.
  • Hinweis bei der Registrierung: Und natürlich kann ein Versender auch direkt beim Registrierungs-Formular darauf hinweisen, dass Wegwerf-Adressen nicht verwendet werden sollten (und weshalb).

Ganz verhindern werden sich Wegwerf-Adressen wohl niemals lassen. Wenn jemand ein Mail nicht öffnen will, kann man ihn ohnehin nicht dazu zwingen. Und das ist auch gut so.

Denn wenn ein Unternehmen es schafft, wirklich nützliche und hilfreiche Inhalte zu entwickeln, dann werden die User sich auch gerne dafür registrieren. Mit ihrer echten E-Mail Adresse.

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