Mail-Versand über ein Gateway: Sinnvoll?
10.04.2026: Üblicherweise dreht sich bei der Anschaffung einer E-Mail Marketing Software die Diskussion um die Frage, ob das ASP-Modell (die Software wird also gemietet, auch SaaS = Software as a Service genannt) oder eine On-Premise Lizenz (die Software wird auf dem Server des Kunden betrieben) besser ist.
Kurz zur Erklärung: Das ASP-Modell ist wesentlich häufiger. Hier liegt der gesamte Prozess einschließlich des Versandes der Mails in der Verantwortung des Dienstleisters. Bei der On-Premise Variante hingegen wird die Software beim Kunden installiert und daher erfolgt auch der Versand über die Mail-Server des Kunden.
Lese-Tipp: Eine Gegenüberstellung der beiden Varianten haben wir im Artikel „Argumente für und gegen eine On-Premise Lösung (vs. SaaS / ASP)“ im Detail beschrieben.
Die dritte Variante: Versand über Gateway
Doch es gibt noch eine weitere Variante. Dabei werden die Mails von der Versandsoftware fertig erzeugt und dann an die Mail-Server des Kunden übergeben, d.h. der eigentliche Mail-Versand läuft dann über die Infrastruktur des Kunden.
Die Vorteile von beiden Welten?
Interessant ist das Gateway-Modell für Unternehmen, die zum Beispiel aus sicherheits-technischen Überlegungen (IT-Policy) den Versand zwingend über das eigene Rechenzentrum vornehmen müssen.
Denn wenn man bereits über einen eigenen Mail-Server verfügt, muss man sich nicht über die Implementierung des Tools kümmern, behält aber dennoch die volle Kontrolle über den Versand der Mailings (inkl. der Versandgeschwindigkeit).
Auch wenn zum Beispiel das Setzen von SPF- oder DKIM-Einträgen nicht möglich ist, weil die Domain-Verwaltung über die Unternehmenszentrale oder einen externen Dienstleister erfolgt, ist der Versand über ein Gateway einfacher und man hat die IP-Reputation selber im Griff.
Gibt es auch Nachteile?
Für den Gateway-Versand gibt es ähnliche Nachteile wie bei der On-Premise Variante.
Vor allem muss der Kunde über eine geeignete (Mail-) Server-Infrastruktur verfügen, muss sich um die reibungslose Zustellung der Mails und damit auch das Monitoring der Blacklists kümmern, usw.
Außerdem gibt es einen erhöhten Aufwand für die laufende Überwachung des Mail-Servers, für Feedback-Loops oder wenn die Versand-Perfomance gering ist.
Fazit: Für manche, aber nicht für alle Unternehmen geeignet.
Das Gateway-Modell ist besonders für größere Unternehmen mit bestehender Infrastruktur mit hohen Anforderungen an die Kontrolle über den Versand sinnvoll.
Für alle anderen ist normalerweise die ASP-Variante besser, weil die gesamte Verantwortung für die Applikation und den Versand beim Dienstleister liegt.
Hinweis: Dialog-Mail bietet alle drei Varianten an. Für unsere Kunden ist diese Option (Gateway) mit keinen weiteren Kosten verbunden.