Hausaufgaben sind (viel) wichtiger als Trends!
Gerade rund um den Jahreswechsel findet man zig Artikel über die aktuellen Trends, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Meistens durchaus spannende Artikel, oft gut geschrieben, sicherlich sehr oft gut gemeint.
Doch diese Trends-Artikel haben ein gemeinsames Problem: Sie lenken vom Wesentlichen ab.
Unternehmen sind meiner Erfahrung viel besser beraten, ihre Hausaufgaben zu machen als irgendwelchen Trends zu folgen, von denen nicht klar ist, ob sie tatsächlich relevant sind und noch weniger, ob sie dem Unternehmen einen tatsächlichen Nutzen bringen.
Meine Empfehlung: Lassen Sie die großen Trends mal links liegen. Und beschränken Sie zuerst Ihre vermutlich knappen Ressourcen auf jene Aktivitäten, die Ihnen auch zeitnah handfeste Vorteile bringen. "Low hanging fruits" sagen die einen dazu, "Hausaufgaben machen" die anderen.
Hier einige Anregungen, die sich gerade für den Jahresbeginn eignen:
Löschen Sie (ur-) alte Mailings.
Zuerst sollten Sie alte Mailings ausmisten, die Sie nicht mehr (zum Beispiel als Kopiervorlage für ein neues Mailing oder für ein Archiv) benötigen.
Denn das hat den Vorteil, dass längerfristige Analysen nicht durch Mailings verzerrt werden, die nicht mehr relevant bzw. deren Kennzahlen nicht länger aussagekräftig sind.
Bereinigen Sie den Empfänger-Verteiler.
Mit der Zeit sammeln sich in jeder Datenbank Dateileichen an: Empfänger, die sich abgemeldet haben, die zu Bounces geworden sind, deren E-Mail-Adresse ungültig ist oder die Junk-Mail-Adressen sind.
Solche Adressen richten zwar keinen unmittelbaren Schaden an, können aber manche Kennzahlen verzerren (z.B. die Verteilergröße). Und laut Datenschutz müssten solche Adressen ohnehin gelöscht werden.
Reaktivieren oder löschen Sie die Schläfer.
Außerdem sollten Sie im Zuge dessen auch die Schläfer analysieren, also Empfänger, die schon längere Zeit (grober Richtwert: 12 Monate) kein Mailing von Ihnen geöffnet haben.
Denn diese erhöhen (unnötig) Ihre Versandkosten und wirken sich negativ auf Kennzahlen wie die Öffnungs- oder die Klickrate aus.
Am besten führen Sie dazu eine Reaktivierungs-Kampagne durch. Hier einige Best Practices dazu.
Überprüfen Sie Ihre Vorlage.
Auch Ihre aktuelle Mailing-Vorlage sollten Sie zu Jahresbeginn einer Überprüfung unterziehen:
- Ist das Design noch aktuell (Logo, Farben, Schriften)?
- Werden moderne Eigenschaften der Mail-Programme berücksichtigt (Vorschau-Fenster, Bilder-Blockade, Preheader-Text, usw.)?
- Ist die Vorlage barrierefrei?
- Wird sie auf unterschiedlichen Mail-Programmen, insbesondere Smartphones, korrekt dargestellt?
- Stimmen alle rechtlichen Informationen und alle Links noch?
- Ist es eventuell Zeit für einen optischen und/oder technischen Relaunch?
So ein Check ist oft in wenigen Minuten erledigt. Doch dafür ist er umso wichtiger, weil alle zukünftigen Mailings ja auf diesen Vorlagen aufbauen!
Tipp 1: Weitere Argumente und Details finden Sie in meinem Blog-Artikel über gute Gründe für einen Vorlagen-Check .
Tipp 2: Ihre aktuelle Vorlage können Sie mit einem Selbst-Test schnell und einfach überprüfen. Dauert 5 Minuten und ist kostenlos.
Analysieren Sie die Kennzahlen!
Die besten Kennzahlen sind wertlos, wenn sie nicht regelmäßig analysiert werden.
Gerade der Jahresbeginn eignet sich dafür, die Mailings der letzten Zeit zu analysieren und auch eine Trendanalyse durch zu führen:
- Welche Mailings haben besonders gut oder besonders schlecht abgeschnitten und was kann man daraus lernen?
- Welche Öffnungsfaktoren haben sich als besonders effektiv herauskristallisiert?
- Wie entwickeln sich wichtige Kennzahlen im langfristigen Verlauf (z.B. Öffnungsrate, Abmelderate, Anteil an Smartphone-Öffnungen)?
- Welche Schlussfolgerungen lassen sich durch die A/B-Tests für die Zukunft ziehen?
Erstellen Sie einen konkreten Optimierungs-Plan.
Diese Analysen sind der Ausgangspunkt für die Setzung von konkreten Zielen und für die Erstellung eines Maßnahmenplans, um diese Ziele zu erreichen:
- Welche Verbesserungen möchten Sie 2026 umsetzen?
- Mit welcher Priorität möchten Sie diese Maßnahmen jeweils angehen?
- Wann und durch wen soll das umgesetzt werden?
- Wann bzw. wie wird überprüft, ob die Maßnahmen erfolgreich waren?
Auch ein Content-Plan ist sehr hilfreich.
Machen Sie 2026 zu Ihrem "Jahr des Content"! Sorgen Sie dafür, nur Mailings zu verschicken, die Ihre Leser auch wirklich interessieren. Mit relevanten, nützlichen Inhalten.
So ist der Jahresbeginn der ideale Zeitpunkt, um einen groben Plan für die Inhalte des aktuellen Jahres zu planen, also einen Content-Plan zu erstellen.
Das ist nur wenig Aufwand und schnell erledigt. Lesen Sie dazu am besten meinen Blog-Artikel: Content-Plan - Unverzichtbares Tool oder unnötige Bürokratie?
Denken Sie über neue E-Mail-Adressen nach.
Qualitativ hochwertige E-Mail-Adressen sind das Fundament für langfristig erfolgreiches E-Mail-Marketing.
Da es ganz normal ist, dass E-Mail-Adressen mit der Zeit verloren gehen (aufgrund eines Wechsels der Firma, Änderung der Lebensumstände, Änderung der Interessen usw.), müssen neue E-Mail-Adressen gewonnen werden, um den Verteiler nicht schrumpfen zu lassen.
Doch gute E-Mail-Adressen wachsen nicht auf den Bäumen. Sie müssen sorgfältig gesammelt werden, auf möglichst vielen unterschiedlichen Kanälen.
Dafür sollte man am besten ein laufendes Projekt planen, um regelmäßig neue E-Mail-Adressen (natürlich mit dokumentierter Zustimmung) zu gewinnen. Der rote Teppich will gelegt sein.
Lernen Sie Ihre Software (besser) kennen.
Ihre E-Mail-Marketing Software hat vermutlich weit mehr Funktionen als Sie defacto nutzen.
Nein, Sie müssen nun nicht alle Handbücher lesen. Aber schauen Sie doch mal, welche der bereits vorhandenen Funktionen Ihres Tools Ihnen etwas bringen würden. Oder fragen Sie den Support Ihres Tools, was die empfehlen würden.
Ein Beispiel: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Ihre Newsletter in verschiedenen Versionen zu testen - und so zu optimieren. Betreffzeilen, Versandzeitpunkte, oder inhaltliche Varianten. Das kostet kaum Aufwand und bringt (oft) viel! A/B-Testing nennt man das - die meisten professionellen Tools bieten das an.
Fazit: Zuerst die Pflicht, dann die Kür.
Im Grunde ist meine Empfehlung ziemlich simpel: Konzentrieren Sie sich besser auf Dinge, die wichtiger sind als allgemeine "Trends".
Denn vermutlich liegen in den "kleinen" grundlegenden Dingen genug Potential, damit Sie Ihren Erfolg mit E-Mail-Marketing nachhaltig steigern können.
So sorgen Sie kurzfristig für die wichtigen Erfolge - und schaffen gleichzeitig Raum, um sich danach mit den "großen" Themen zu befassen. Denn die großen Trends sind auch morgen noch da.
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